Der folgende Aufruf wurde von mehreren Gewerkschaften von Hafenarbeiter*innen verfasst, um ein klares Zeichen gegen den Übergang zur Kriegswirtschaft zu setzen und den Kampf gegen den Aufrüstungswahn auf eine neue Ebene zu heben. Wir meinen, dass dieser ein Vorbild dafür ist, wie alle Gewerkschaften, die die Vertretung von uns als Arbeiter*innenklasse ernst nehmen, agieren müssen. Daher haben wir diesen für euch übersetzt und veröffentlichen ihn hier, um zu zeigen, für was wir alle in unseren Gewerkschaften eintreten sollten.
„Der Frieden ist vorbei“ – das hören wir derzeit von den meisten unserer Regierungen.
Als Gewerkschaften der Hafenarbeiter*innen haben wir am 26. September in Genua die Erklärung „Hafenarbeiter*innen arbeiten nicht für den Krieg“ unterzeichnet und bekräftigen die weiterhin gültige Bedeutung der in diesem Dokument enthaltenen Verpflichtungen. Dazu gehören die Forderungen, den Völkermord an den Palästinenser*innenn durch Israel, der offen von seinen Verbündeten, den USA, der NATO und der EU, unterstützt wird, zu beenden, stabile Korridore für humanitäre Hilfe zu öffnen, den EU-Aufrüstungsplan abzulehnen und die europäischen und Mittelmeerhäfen zu Friedenshäfen zu erklären.
Der Völkermord dauert nach wie vor an, ebenso wie viele andere Kriege, während mittlerweile klar ist, dass der Wiederaufrüstungsplan die Militarisierung von Häfen und strategischen Infrastrukturen vorsieht, die für Kriegsvorbereitungen notwendig sind.
Diese Wiederaufrüstungspläne werden von Reeder*innen und Terminalbetreiber*innen begrüßt, da sie vermehrte Automatisierung, einen Abbau von Arbeitsplätzen und eine Aushöhlung der Gewerkschaftsrechte ermöglichen.
Die Kriegswirtschaft führt zu Kürzungen der Löhne, Rechte sowie Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen der Hafenarbeiter*innen und einem Abbau von Arbeitsplätzen.
Gemeinsam entschlossen, jede Kompliz*innenschaft von Hafenarbeiter*innen beim Transport von Waffen und Kriegsmaterial abzulehnen und unsere starke Ablehnung der Folgen der Kriegswirtschaft zum Ausdruck zu bringen, rufen die Gewerkschaften zu einem internationalen Aktions- und Kampftag am 6. Februar 2026 auf.
An diesem Tag werden Hafenarbeiter*innen in ganz Europa und im Mittelmeerraum gemeinsam demonstrieren und streiken und dabei alle möglichen Formen des Protests nutzen:
- um sicherzustellen, dass die Häfen in Europa und im Mittelmeerraum Orte des Friedens sind und nicht in Kriege verwickelt werden;
- um alle Waffenlieferungen aus unseren Häfen für den Völkermord in Palästina sowie in andere Kriegsgebiete zu blockieren und von Regierungen und lokalen Institutionen ein Handelsembargo gegen Israel zu fordern;
- um sich gegen den EU-Aufrüstungsplan zu wehren und die bevorstehenden Pläne der EU und der europäischen Regierungen zur Militarisierung von Häfen und strategischen Infrastrukturen zu stoppen;
- um Aufrüstungspläne als Wegbereiter für eine weitere Privatisierung und Automatisierung der Häfen abzulehnen und sich gegen die Auswirkungen der Kriegswirtschaft auf unsere Löhne, Rechte und Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen zu wehren.
Die unterzeichnenden Organisationen leiten diesen Aufruf an alle europäischen, mediterranen und internationalen Hafenarbeiter*innengewerkschaften weiter, die diese Anliegen teilen, und rufen sie dazu auf, sich diesem Protesttag anzuschließen. Diese Mobilisierung muss so partizipativ, offen und inklusiv wie möglich sein, um mit Nachdruck zu bekräftigen, dass „Hafenarbeiter*innen nicht für den Krieg arbeiten!”
Dieser Aufruf wird unterstützt von:
- USB Häfen, Italien
- Enedep, Griechenland
- ODT – Organisation Democratique du Travail, Marokko
- Liman-Is, Türkei
- LAB, Euskadi
Alle Organisationen aus anderen Häfen, die sich dem internationalen Aktionstag anschließen wollen, können sich über die veröffentlichten Kontaktdaten an unsere Organisationen wenden.
(eigene Übersetzung des am 24.12.2025 unter https://www.usb.it/leggi-notizia/appello-per-una-giornata-internazionale-di-azione-congiunta-dei-porti-1103.html veröffentlichten Aufrufs)
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