Wir veröffentlichen hier für euch übersetzt ein Interview mit Giovanni Ceraolo, Mitglied der nationalen Koordinierungsstelle der Hafenarbeiter*innengewerkschaft USB.
Wie verlief der Streik vom 6. Februar in Italien?
Der Streik vom 6. Februar war eine internationale Mobilisierung der Hafenarbeiter*innen gegen Krieg, Aufrüstung und Waffenhandel. Dieser Streik war das Ergebnis langwieriger Vorbereitungsarbeiten, Versammlungen und Mobilisierungen. Er hat seine Wurzeln in den großen Mobilisierungen vom September und Oktober, die uns die Möglichkeit gaben, in Italien eine gemeinsame Aktionen mit den Gewerkschaften und Hafenarbeiter*innen verschiedener europäischer Länder aufzubauen, wie wir es auf dem internationalen Treffen am 26. und 27. September in Genua beschlossen hatten.
In Italien führte dies zu einem 24-stündigen Protesttag im See- und Hafenbereich, der von der USB organisiert und von den Hafenarbeiter*innen 11 italienischer Häfen wie Genua, Livorno, Triest, Civitavecchia, Ravenna, Salerno, Bari, Crotone und Palermo unterstützt wurde.
Die USB spielte eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung und Organisation: Der Vorschlag ging von der Versammlung in Genua im September 2025 aus, in Zusammenarbeit mit anderen internationalen Gewerkschaften, die ebenfalls mobilisiert haben. Unsere Ziele sind klar: Wir wollen mit allen Mitteln gegen die Wiederaufrüstung und die Aggressionspläne vorgehen, die uns in einen Krieg hineinziehen wollen, den die Arbeiter*innen aller europäischen Länder nicht wollen.
Was weißt du über die Ereignisse in den anderen teilnehmenden Ländern?
Der Protest hat tatsächlich eine internationale Dimension angenommen und sich nicht auf Italien beschränkt. Die Hafenarbeiter*innen der wichtigsten Mittelmeerhäfen und darüber hinaus sind in mindestens 21 Häfen Europas und Nordafrikas aus dem gleichen Grund in den Streik getreten: Um sich gegen die Nutzung der Häfen für den Waffenhandel und ganz allgemein gegen die Kriegswirtschaft zu wehren.
In den Ländern, die sich an der Mobilisierung beteiligt haben – wie Griechenland (Piräus, Elefsina), Spanien (Bilbao), Marokko (Tanger) und der Türkei (Antalya, Mersin) – haben sich Hafenarbeiter*innengewerkschaften und Basisgruppen in Zusammenarbeit mit der USB am Streiktag und an Solidaritätsinitiativen beteiligt. Diese transnationale Mobilisierung war ein einheitliches Signal der Hafenarbeiter*innen im Mittelmeerraum und darüber hinaus gegen Konflikte und die weltweite Politik der Aufrüstung.
Was denkst du im Nachhinein über diesen Tag? Wie soll es jetzt weitergehen?
Für uns von der USB war der 6. Februar nicht nur eine einzelne Aktion, sondern der Beginn einer neuen Etappe im Kampf gegen Krieg, Aufrüstung und eine Politik, die die Arbeitenden verarmt und Ressourcen aus dem Sozialbereich in die Rüstung umleitet. Die Beteiligung, an der Dutzende von Häfen und ein großes Netzwerk von Lohnabhängigen beteiligt waren, war positiv und bedeutend, da sie es ermöglichte, Klassen- und internationale Anliegen (Frieden, Rechte, Kontrolle der globalen Logistik) mit der täglichen Realität der Arbeiter*innenklasse zu verbinden.
Für die USB ist die Blockade von Schiffen, die Waffen transportieren, ein konkreter Akt des Widerstands und ein Mittel, den Streik zu transformieren, indem ihm ein realer politischer Inhalt gegeben wird und er nicht nur symbolisch bleibt. Mit Blick auf die Zukunft setzen wir unsere Initiativen und Mobilisierungen in verschiedenen Sektoren fort, um den Kampf gegen Krieg und soziale Spaltung zu verbreitern und Fragen des Friedens mit denen der Arbeiter*innenrechte und einer Wirtschaftspolitik, die die unteren Schichten verarmen lässt, zu verknüpfen.
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