NEIN zur Deregulierung! NEIN zur Automatisierung! Häfen für den Frieden – Arbeitsplätze mit Würde

Wir veröffentlichen hier die Übersetzung des Aufrufs zahlreicher Gewerkschaften von Hafenarbeiter*innen im Mittelmeerraum für einen Aktionstag gegen Krieg und Aufrüstung. Dieser sollte unserer Meinung nach auf den gesamten Transportsektor ausgeweitet werden und folglich von allen Gewerkschaften in diesem Bereich zum Vorbild genommen werden.

Internationaler Aktionstag der Hafenarbeiter*innen gegen Krieg und Militarisierung am 30. Oktober 2026

Im Anschluss an das dritte internationale Treffen der Gewerkschaften der Hafenarbeiter*innen und Beschäftigten in Häfen aus dem Mittelmeerraum und Europa, das im Mai 2026 in Istanbul stattfand, haben die teilnehmenden Gewerkschaften einen gemeinsamen internationalen Aktionstag am 30. Oktober 2026 ins Leben gerufen.

Streiktransparent in Ancona mit dem Text: "Der Hafen, der sich Kriegen, Aufrüstung und faschistischen Gesetzen widersetzt"Im Mittelpunkt des Treffens stand der Kampf gegen Kriege, Völkermord und militärische Aggression, wobei auch die Herausforderungen für Hafenarbeiter*innen und Beschäftigte in Häfen thematisiert wurden, darunter Löhne, Arbeitsbedingungen, Automatisierungsprojekte sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Die teilnehmenden Organisationen – CGT FNPD (Frankreich), ENEDEP (Griechenland), LAB (Baskenland), Liman-İş (Türkei), ODT (Marokko) und USB (Italien), die Arbeiter*innen in mehr als 40 Mittelmeer- und europäischen Häfen vertreten, rufen Hafenarbeiter*innen dazu auf, sich am 30. Oktober 2026 gemeinsam zu mobilisieren.

Diese Mobilisierung basiert auf der Istanbuler Erklärung, die von den teilnehmenden Organisationen einstimmig verabschiedet wurde und nun auch von ORSA Porti aus Gioia Tauro (Italien) uneingeschränkt unterstützt wird, das sich unserem internationalen Netzwerk angeschlossen hat.

Die Erklärung enthält folgende Forderungen:

Ein sofortiges Ende des Völkermords am palästinensischen Volk und die Anerkennung eines unabhängigen palästinensischen Staates, der von der internationalen Gemeinschaft anerkannt wird, innerhalb der Grenzen von 1967 und mit Ostjerusalem als Hauptstadt.

Ein Ende der US-amerikanisch-israelischen Angriffskriege in Westasien und gegen den Iran sowie uneingeschränkte Solidarität mit den Völkern Kubas, Venezuelas und des Sudans, verbunden mit der Unterstützung des Rechts aller Völker auf Widerstand gegen Besatzung und auf Selbstbestimmung.

Häfen dürfen nicht für den Transport von Waffen, Munition, militärischer Ausrüstung oder Truppen genutzt werden, die für Kriegsgebiete bestimmt sind. Sie dürfen weder zu Militärstützpunkten der NATO, der Vereinigten Staaten oder der Europäischen Union werden, noch als Werkzeuge für Reeder*innen und Monopolkonzerne dienen.

Nein zur Kriegswirtschaft, zu staatlichen Aufrüstungsplänen und zum Projekt der Militarisierung von Häfen und strategischer Infrastruktur durch die EU. Öffentliche Mittel müssen zur Deckung der sozialen Bedürfnisse der Menschen eingesetzt werden, nicht zur Finanzierung von Kriegen.

Kollektivverträge müssen reale Lohnerhöhungen, sichere Arbeitsplätze, verkürzte Arbeitszeiten und faire Pensionsregelungen garantieren.

Technologischer Fortschritt, Mechanisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz dürfen nicht dazu genutzt werden, Arbeitsplätze zu vernichten oder die Rechte der Arbeiter*innen zu untergraben. Hafenarbeiter*innen sagen NEIN zur Automatisierung.

Am 30. Oktober werden alle Aktionen im Rahmen eines gemeinsamen internationalen Kampfes gebündelt, um Kriege, Völkermord und die Militarisierung von Häfen in einem äußerst kritischen Moment der Geschichte zu stoppen und gleichzeitig die die Rechte der Arbeiter*innen und bessere Arbeitsbedingungen zu verteidigen. Jede Gewerkschaft wird entsprechend den nationalen Gegebenheiten über die am besten geeignete Form der Mobilisierung entscheiden – ausgehend von Streikmaßnahmen und dem gemeinsamen Engagement, das Verladen von Tod und Zerstörung zu verhindern.

Die unterzeichnenden Gewerkschaften der Istanbul-Erklärung rufen ALLE Gewerkschaften der Hafenarbeiter*innen und Beschäftigten in Häfen dazu auf, sich dieser internationalen Mobilisierung anzuschließen. Wir sind bereit, uns mit organisierten Gruppen von Hafenarbeiter*innen und Beschäftigten in Häfen aus anderen Häfen zu treffen, die daran interessiert sind, Teil dieses gemeinsamen Kampfes zu werden.

CGT FNPD Frankreich
ENEDEP Griechenland
LAB Baskenland
LIMAN-IS Türkei
ODT Marokko
ORSA Porti Italien
USB Italien

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