Französische Gewerkschaft FO im privaten Gesundheitswesen sagt: Geld für Löhne, nicht für den Krieg!

Wir veröffentlichen hier für euch die Übersetzung eines Aufrufes der Nationalen Vereinigung der Gewerkschaften des privaten Gesundheitswesens – Force Ouvrière (vergleichbar mit der FSG in den Gewerkschaften GPA und vida in Österreich) in Frankreich, der eine klare Klassenposition vertritt, statt sich dem Nationalismus und dem Standortdenken zu unterwerden. Gerade deswegen ist dieser unserer Meinung nach ein gutes Vorbild für das, was Gewerkschaften überall auf der Welt tun sollten.

Gegen soziale Gewalt: Die Wut ist groß! Es ist dringend notwendig, die friedlich vorgebrachten Forderungen zu erfüllen!

Am Samstag, den 17. Oktober, fand landesweit eine außergewöhnliche Mobilisierung gegen die hohen Lebenshaltungskosten, für die Forderungen der Schüler*innen und der Jugend sowie gegen die Sparhaushalte statt, unter denen die Bevölkerung schon seit zu vielen Jahren leidet.

Logo der französischen Gewerkschaft FO im privaten GesundheitsbereichAngesichts dieser Mobilisierung, die durch ihr Ausmaß und ihre Entschlossenheit beeindruckte – wie lautet die einzige Antwort von Macron und seiner Regierung? Sie konzentriert sich auf die Zerstörungen und Plünderungen, die vor und nach den Demonstrationen stattfanden, anstatt der Wut und den legitimen Forderungen Gehör zu schenken, die im ganzen Land ihren Ausdruck finden.

Die Nationale Vereinigung der Gewerkschaften des privaten Gesundheitswesens FO (UNSSP-FO) billigt keinerlei Aggressionen, Zerstörungen oder Plünderungen. Diese Handlungen stellen keine legitimen Mittel dar, um Forderungen durchzusetzen. Doch die UNSSP-FO akzeptiert ebenso wenig den Willen der Regierung, eine staatliche Repression von beispielloser und unerträglicher Gewalt aufrechtzuerhalten!

Die UNSSP-FO bekräftigt laut und deutlich: Was die Republik seit mehreren Jahren untergräbt, sind der Rückgang der Kaufkraft und der Löhne, der Abbau öffentlicher Dienstleistungen, die Angriffe auf unsere Pensionen, Entlassungen und Unternehmensschließungen, die Kriegstreiberei und die Aushöhlung unserer Freiheiten.

Was der Republik schadet, ist auch der Sparhaushalt, den Macron und Lecornu vorbereiten und der diese Situation durch Einsparungen in Höhe von 54 Milliarden Euro auf Kosten der Bevölkerung noch verschärfen wird, während im Rahmen des Militärprogrammgesetzes 449 Milliarden Euro für den Krieg aufgewendet werden und 211 Milliarden Euro an Steuerbefreiungen für Betriebe weiterhin die
Aktionär*innen bereichern werden.

Die Lohnabhängigen lassen sich nicht täuschen. Sie lehnen diese Strategie der Zermürbung, der Repression und der wiederholten Angriffe auf ihre individuellen, kollektiven und gewerkschaftlichen Freiheiten ab. Genau diese hat Macron übrigens am Sonntagabend bekräftigt, als er die Präfekt*innen und Bürgermeister*innen aufforderte, eine Ausgangssperre zu verhängen und Demonstrationen zu verbieten. Indem er unsere Demokratie angreift und weder auf unsere Forderungen noch auf die der Schüler*innen und Student*innen eingeht, trägt er die Verantwortung dafür, den sozialen Unmut zu schüren.

Die Nationale Vereinigung der Gewerkschaften des privaten Gesundheitswesens FO ruft all ihre Strukturen dazu auf, ab sofort aktiv einen branchenübergreifenden Streik vorzubereiten und dafür insbesondere den Streik- und Demonstrationstag am 5. November zu nutzen.

Nur „Gemeinsam – öffentlicher Sektor, Privatwirtschaft und Jugend“ können wir unsere Forderungen durchsetzen, angefangen mit der Rücknahme des Haushaltsentwurfs von Macron und Lecornu. Angesichts der Sparpolitik, der Angriffe auf unsere Rechte und der Repression müssen wir die Mobilisierung verstärken und das Kräfteverhältnis so verändern, dass wir unsere Forderungen durchsetzen können.

Geld für Löhne, nicht für den Krieg! Alle zusammen – öffentlicher Sektor, Privatwirtschaft und Jugend: Mobilisieren wir uns!

Paris, den 20. Oktober 2026

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.