Auf der Antikriegskonferenz am 05.10.2025 in Paris haben die russischen Aktivistin Liza Smirnova und der ukrainischen Aktivist Andrei Konovalov gemeinsam das Wort ergriffen, das sie sonst nicht bekommen. Sie sind nämlich Mitglieder des internationalistischen Netzwerks „Frieden von unten“, das sich prinzipiell gegen Krieg stellt und sich weigert in diesem sinnlosen Krieg eine Seite zu beziehen. Sie sind Unterzeichner*innen des russisch-ukrainischen Aufrufs gegen den Krieg. Wir veröffentlichen hier Auszüge aus ihrem Input, um aufzuzeigen, dass es sowohl in Russland als auch der Ukraine Widerstand gegen diesen sinnlosen Krieg gibt, was die hiesigen Medien nahezu vollständig ignorieren. In die gleiche Kerbe schlagen auch die folgenden Wortmeldungen des ukrainischen Aktivisten Andrei Lebediev und des russischen Aktivisten Aleksander Voronkov auf derselben Konferenz.
Zur Causa Wöginger
Im „Manifest der Kommunistischen Partei“, welches die österreichische Sozialdemokratie im „Hainfelder Programm“ als ihre Grundlage bezeichnet, hielten Marx und Engels fest: „Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“
Das gilt selbstverständlich für alle Ideen bzw. unser gesamtes Denken vom Alltag bis hin zum politischen System. Und eben auch für den sog. Rechtsstaat.
Insofern sind wir nicht weiter verwundert, dass ein Vertreter der Hauptpartei der herrschenden Klasse – der ÖVP – von der Justiz anders behandelt wird als jede*r von uns Normalsterblichen. Es sagt allerdings viel über die Ungerechtigkeit in diesem System – dem Kapitalismus – aus.
„Die Welt erlebt das zerstörerischste Wettrüsten der Geschichte“
Der Mann, der das gesagt hat, ist weder Pazifist noch das, was heutzutage so gern – und falsch – als linker Träumer bezeichnet wird. Im Gegenteil – er führt selbst Krieg. Weil er muss. Weil die Ukraine seit drei Jahren unter dem russischen Angriffskrieg leidet. Und er ist selbst ein rechter Aufrüstungsfanatiker.
Im Vergleich zu dem, was – wie uns die Geschichte lehrt – die Folge des vom Kapital zur Lösung seiner tiefen Krise ausgelösten aktuellen Aufrüstungswahns sein wird, ist dieser Krieg allerdings Homöopathie.
Willst du Krieg oder ein funktionierendes Gesundheitswesen? Krieg oder ein funktionierendes Sozial- und Pensionssystem? Krieg oder Bildung für deine Kinder und Enkel? Krieg oder eine Zukunft für die nächste Generation? Krieg oder Frieden? Weiterlesen
Solidaritätserklärung aus Österreich anlässlich der internationalen Konferenz „Kein Cent, keine Waffe, kein Leben für den Krieg“ am 4./5.10.2025 in Paris
Liebe Kriegsgegner und Kriegsgegnerinnen,
aufgrund der politischen Situation in Österreich ist es uns leider nicht möglich, während dieser wichtigen Konferenz unter euch zu sein. Das hat v.a. damit zu tun, dass die österreichische Regierung ebenso wie in vielen anderen Ländern dabei ist, das Land auf Kriegswirtschaft zu trimmen, obwohl wir formal neutral sind. In den nächsten Jahren sind Rüstungsausgaben von über 100 Milliarden vorgesehen, während gleichzeitig im Sozialwesen, im Gesundheitsbereich, in der Bildung und vielen anderen Bereich radikal eingespart wird. Um die aus Sicht des Kapitals notwendigen Investitionen in die Rüstungsindustrie stemmen zu können, wurde gerade der wichtige Kollektivvertrag für die Metaller*innen weit unter der Inflation abgeschlossen – und das gleich für zwei Jahre. Das ist nur der Gipfel des Eisberges, da die Lohnverhandlungen in vielen anderen Branchen mit einem deutlich niedrigeren Lohnniveau erst folgen werden. Gleichzeitig wirbt die österreichische Außenministerin immer unverhohlener für eine Annäherung an die NATO, was der Meinung der großen Mehrheit der Österreicher*innen total widerspricht. Weiterlesen
„Ich schäme mich für die Staaten, die die Militärausgaben auf zwei Prozent anheben …“
Hat das irgendein linksradikaler Spinner gesagt? Ein Pazifist? Ein Putin-Freund oder wie auch immer jene, die heutzutage noch für Frieden sind, diffamiert werden? Nein – es war der kürzlich verstorbene Papst Franziskus. Einer, dem die Menschen und ihr Leid wichtiger waren als die Interessen von Kapital und Nation. Selbst wer mit Religion, so wie wir, überhaupt nichts am Hut hat, sollte sich an diesen Worten ein Vorbild nehmen. Weiterlesen
Wenn es selbst ein ehemaliger Premierminister des Likud sagt …
…, dann hat wohl bei uns kaum jemand das Recht, das Gegenteil zu behaupten. Tatsächlich gibt es die Gewalt der Siedler*innen im Westjordanland schon lange. Aktuell wird sie durch Aussagen der Parteien in der israelischen Regierung, die ihre Interessen vertreten, legitimiert, was ihre Verschärfung erklärt.
Im Krieg gewinnt immer nur eine Klasse
Und alle anderen verlieren. Oft ihr Leben. Ihre Gesundheit. Oder sie leiden lebenslänglich unter Traumata. Viele verlieren ihr Land oder ihre Freiheit. Doch das ist denen, für die Krieg immer noch das beste aller Geschäfte ist, egal. Hauptsache der Rubel rollt. Oder der Dollar. Und selbstverständlich der Euro. Krieg ist Klassenkampf von oben gegen uns. Weiterlesen
Was sind dem Kapital Menschen wert, die nicht mehr erwerbsfähig sind?
Viel zu wenig. Das ist uns allen klar. Dass es aber weniger als die Hälfte als Anteil des Bruttoinlandsproduktes ist wie beispielsweise in Norwegen und Dänemark, hätten sich wohl nur wenige gedacht. Ein Skandal mehr in einem der reichsten Länder der Welt! Her mit der Kohle für Benachteiligte statt für Aufrüstung. Weiterlesen
Internationalismus statt Patriotismus!
Heinrich Heine als Zeitzeuge der bürgerlichen Revolution in Deutschland und damit auch der Bewegung für einen Nationalstaat ebendort hat früh die Gefahren des Nationalismus erkannt, welche beide letztlich nur einem dienen: Dem Kapital, den Herrschenden. Zur Sicherung ihrer Herrschaft. Zur Spaltung der Arbeiter*innenklasse. Weiterlesen
Aufwiderstand on Social Media