Die spanische sozialdemokratische Gewerkschaft UGT auf der Antikriegskonferenz in London am 20. Juni 2026

UGT nimmt an internationaler Antikriegskonferenz in London teil

Die Gewerkschaft bekräftigt ihr Engagement für Frieden, soziale Gerechtigkeit und internationale Zusammenarbeit angesichts der Politik der Wiederaufrüstung und Militarisierung.

Eine Delegation der Unión General de Trabajadores (Allgemeinen Gewerkschaft der Arbeiterinnen und Arbeiter – UGT) nahm an der Internationalen Antikriegskonferenz teil, die am 20. Juni in London stattfand, und sich als eine der größten internationalen Versammlungen etablierte, die in diesem Jahr in Europa zur Verteidigung des Friedens und gegen die militärische Eskalation organisiert wurden.

Logo der Antiegriegskonferenz in London mit drei fallenden Raketen in Gründ, die in Rot durchgestrichen sindDie Konferenz brachte mehr als tausend Gewerkschafter*innen, politische Vertreter*innen, Wissenschafter*innen, Friedensaktivist*innen und Vertreter*innen sozialer Organisationen aus zahlreichen Ländern Europas, Amerikas und des Nahen Ostens in der historischen Central Hall Westminster zusammen und knüpfte damit an die 2025 in Paris organisierte Internationale Friedenskonferenz an. Ziel dieses Treffens war es, die internationale Koordination von Gewerkschaften, sozialen Organisationen und NGOs zu stärken, die sich für Frieden, internationale Zusammenarbeit und die Verteidigung sozialer Rechte angesichts der Politik der Wiederaufrüstung und Militarisierung einsetzen.

Im Verlauf verschiedener Sitzungen wurden Themen wie der Anstieg der Militärausgaben in zahlreichen Ländern, die Ausbreitung bewaffneter Konflikte, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Kriegen, die Lage im Nahen Osten und in der Ukraine, der Abbau öffentlichen Dienstleistungen sowie die Notwendigkeit, Diplomatie, Völkerrecht und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern als Instrumente der Konfliktlösung zu stärken, erörtert.

Die Delegation der UGT übermittelte den Teilnehmer*innen die geschwisterlichen und solidarischen Grüße einer Organisation, die seit fast 140 Jahren Teil der internationalen Arbeiter*innenbewegung ist und sich nach wie vor entschlossen für Frieden, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Rechte der Arbeiter*innenklasse einsetzt.

Die Gewerkschaft brachte ihre tiefe Besorgnis angesichts der aktuellen internationalen Lage zum Ausdruck, die durch zunehmende militärische Spannungen, Wettrüsten und steigende Militärhaushalte in vielen Ländern gekennzeichnet ist. Sie wies zudem darauf hin, dass jeder für die Aufrüstung bestimmte Euro kontrolliert werden und verhindert werden muss, dass diese Mittel von Investitionen in Gesundheit, Bildung, Pensionen, sozialen Wohnbau, Pflege, Infrastruktur oder andere für die Bevölkerung unverzichtbare Dienstleistungen abgezogen werden. Ebenso erinnerte sie daran, dass es letztlich die Arbeitenden sind, die die wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Konflikten und der Kürzungspolitik zu tragen haben.

Auf der Konferenz vertrat die UGT zudem die Auffassung, dass die Gewerkschaftsbewegung angesichts der Militarisierung von Wirtschaft und Gesellschaft nicht gleichgültig bleiben darf. Im Gegenteil – sie hat die Verantwortung, einzugreifen, wenn versucht wird, ein Modell, das auf Wohlstand, menschenwürdiger Arbeit und sozialem Zusammenhalt basiert, durch ein anderes Modell zu ersetzen, das auf der Logik des Krieges und den wirtschaftlichen Interessen der Rüstungsindustrie beruht.

Die Gewerkschaft erinnerte daran, dass ihre Entstehung eng mit dem Internationalismus der Arbeiter*innen und der Überzeugung verbunden ist, dass die Probleme der Arbeiter*innenklasse keine Grenzen kennen. Deshalb bekräftigte sie ihr Engagement für internationale Zusammenarbeit, Solidarität zwischen den Völkern und die Verteidigung des Rechts der Völker, frei über ihre Zukunft zu entscheiden – ungeachtet jeglicher Form von Herrschaft, Aggression oder Konfrontation.

Die Gewerkschaftsdelegation bekräftigte zudem das demokratische Erbe der UGT und erinnerte an das Opfer tausender ihrer Mitglieder, die Verfolgung, Haft, Exil und sogar den Tod erlitten haben, weil sie Freiheit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Rechte gegen Autoritarismus und Intoleranz verteidigt haben.

Eine der zentralen Botschaften der Konferenz war, dass die großen sozialen Errungenschaften der Menschheit niemals durch Kriege zustande gekommen sind, sondern durch die Organisationen der Arbeiter*innenbewegung, durch soziale Mobilisierung und durch internationale Solidarität.

In diesem Sinne hat sich die UGT für eine politische und soziale Agenda eingesetzt, die sich an den Bedürfnissen der gesellschaftlichen Mehrheit orientiert:

  • höhere Löhne und weniger Ungleichheit.
  • mehr menschenwürdige Arbeitsplätze und weniger prekäre Beschäftigungsverhältnisse.
  • mehr Investitionen in Gesundheit, Bildung und öffentliche Dienstleistungen.
  • mehr Arbeits- und sozial Rechte.
  • mehr Zusammenarbeit zwischen den Völkern.
  • mehr Demokratie und mehr Frieden.
  • Nie wieder Krieg.

Die Konferenz endete mit einem Aufruf zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften, sozialen Organisationen und NGOs, um der zunehmenden Militarisierung der internationalen Beziehungen entgegenzuwirken und die Verteidigung von Frieden, Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit und Demokratie wieder in den Mittelpunkt der politischen Agenda zu rücken. Zudem wurden die Aufrufe zu einem internationalen Aktionstag für Palästina am kommenden 10. Oktober sowie zu Mobilisierungen gegen die Aufrüstung am 21. und 22. November bekräftigt.

Durch ihre Teilnahme an dieser bedeutenden internationalen Zusammenkunft bekräftigt die UGT ihr Engagement für den Aufbau einer gerechteren, demokratischeren und solidarischeren Welt, in der öffentliche Mittel dafür eingesetzt werden, hochwertige Arbeitsplätze, starke öffentliche Dienstleistungen und ein würdiges Leben für die Bevölkerung zu gewährleisten – und nicht, um ein neues Wettrüsten anzukurbeln.
Die UGT ist überzeugt, dass Frieden keine passive Haltung ist, sondern etwas, das Engagement, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Solidarität zwischen den Völkern erfordert. Die Konferenz bot die Gelegenheit, die Kräfte der beteiligten Organisationen rund um diese Idee zu bündeln, die als eine der Hauptaufgaben der Klassengewerkschaftsbewegung gilt.

23. Juni 2026

Dieser Text ist zuerst auf der Website der UGT auf Spanisch hier erschienen.

Eine Aufzeichnung des Treffens in London findet ihr hier.

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